Was ist Poledance eigentlich?

Entdecke mit uns die Geschichte und Entwicklung des Poledance

Poledance bezeichnet heutzutage nicht mehr NUR den aufreizenden Tanz leichtbekleideter, und nach Scheinen haschender Damen, der aus dem Rotlicht-Millieu bekannt und berüchtigt ist – das haben die meisten Leute inzwischen verstanden.

Aber was ist dieses Poledance denn heute nun?

Fitness? Tanz? Leistungssport? Selbstfindungsprogramm? Muss Frau dabei unbedingt sexy sein? Muss man dafür tanzen können? …oder doch eher turnen? Warum haben alle Pole Dancer das eine gemeinsam – die knappe Bekleidung?

 

Fragen über Fragen.. und dabei ist es eigentlich ganz einfach (und doch so komplex) – POLEDANCE IST DAS, WAS DU DARAUS MACHST!

Aber beginnen wir erst einmal am Anfang… gaanz am Anfang!

Offensichtlich haben wir Menschen mit unseren behaarten nahen Verwandten, den Affen, noch einiges mehr gemeinsam, als nur einen sehr großen Prozentsatz der DNA – auch das Klettern gehört zu den bevorzugten Tätigkeiten beider Spezies. Ob nun für einen besseren Überblick, das leckere Futter oder einfach nur aus Neugier oder zum Spaß, Hauptsache hoch hinaus – was auch heute noch bei Kindern und kindlich gebliebenen Erwachsenen zu beobachten ist.

Fragt man Kinder nach dem Zweck einer Metallstange, werden die meisten der Knirpse antworten, „zum Klettern, wie auf dem Spielplatz“ oder „zum daran runter Rutschen, wie bei der Feuerwehr“… die Sexualisierung dieses Gerätes findet erst bei Heranwachsenden statt, geprägt durch das Umfeld, die Medien und die eigenen Erfahrungen.

Die ersten dokumentierten Fälle von Menschen, die aus artistischen und sportlichen Gründen an vertikalen Stangen hoch geklettert sind, findet man im 12. Jahrhundert. Artisten im chinesischen Zirkus begeisterten das Publikum schon vor über 800 Jahren mit kraftraubenden Haltefiguren, waghalsigen Sprüngen und atemberaubenden Überschlägen an und von einer 4-6m langen Holzstange.

Chinese Pole Akrobat in der Human Flag. Bildquelle: stock.adobe.com

Mallakhamb Pole Akrobat in verschiedenen Figuren. Bildquelle: wikipedia.org

Zu etwa der gleichen Zeit, auf dem selben Kontinent, ein paar Tausend Kilometer südlich, fanden indische Ringer heraus, dass sich 3-4m hohe, bearbeitete Baumstämme hervorragend eignen, um Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Kondition effektiv zu trainieren. Die indische Pole (die sog. Mallakhamb – https://en.wikipedia.org/wiki/Mallakhamba) hat etwa einen Durchmesser von 45cm. Zum Vergleich, beim heutigen Pole werden Metallstangen mit einem Durchmesser von 45mm benutzt.

Nun fällt auf, dass bis hierhin nur von Männern die Rede ist… ja, richtig gelesen – Männer! Die Ursprünge des Pole Sports wurden tatsächlich von Männern gelegt. Wobei man aber erwähnen muss, dass der Fokus dieser Athleten auf dem Training und der Demonstration höchst anspruchsvoller, akrobatischer Techniken und perfektionierter Körperbeherrschung lag und sehr wenig mit Tanz zu tun hatte.

Erst vor gut 100 Jahren, in den 1920ern, entdeckten die exotischen Tänzerinnen der fahrenden Jahrmärkte in Amerika, dass es bei dem überwiegend männlichen Publikum ausgesprochen gut ankommt, wenn sie während der Show-Pause die Stange, an dem das Zelt aufgestellt wurde, als imaginären Tanzpartner benutzen.

In den folgenden Jahrzehnten zog der Poledance von den Zelten um in Bars und wurde, kombiniert mit Burlesque, zum Symbol für Strip Clubs und die weltweite Erfolgsgeschichte des Tanzes an der Stange, die bis heute die Vorstellung vom Poledance in den Köpfen der erwachsenen Menschen prägt, beginnt.

Vintage Poledancer. Bildquelle: verticalwise.com

Poledancer im Home-Studio.
Bildquelle: http://lolorashel.blogspot.de/2011/09/spotlight-on-claire-of-pole-story.html
Fotograf: ©gregorybeylerian.com

In den 1980er-Jahren gab es Frauen in Strip Clubs, die Spaß daran fanden, mit der Stange als Fitness-Gerät zu experimentieren und es fanden mehr und mehr artistische Elemente Einzug, die durch körperliches Training erlernt werden mussten. So eröffnete in den 90er Jahren in Kanada die erste Pole Dance Schule, wo Fawnia Mondey bereits 1995 den ersten Kurs für Nicht-Stripper anbietet.

Es dauerte dann noch etwa 10 Jahre, bis Pole Dance sich weltweit aus dem Rotlicht-Millieu heraus entwickelt und in professionellen Tanzstudios angeboten wird.

2006 hat der weltweite Trend auch Deutschland erreicht und seit 10 Jahren wächst die Bekanntheit von Pole und die Zahl der Pole Studios rasant (www.pole-studios.de/karte).

Durch die wachsende Aufmerksamkeit von Poledance in den Medien, haben viele Menschen inzwischen verstanden, dass es einen Unterschied gibt, zwischen dem Stangentanz für Geld aus den Strip Clubs und dem Poledance, das Frauen als sportliche oder künstlerische Herausforderung für sich selbst betreiben.

Poledance-Studio. Bildquelle: stock.adobe.com

Heutzutage werden in Pole Wettkämpfen die folgenden 3 Kategorien unterschieden

1. Pole Sport

2. Pole Art

3. EXOTIC/CLASSIC/STRIPPER Pole

Beim Pole Sport geht es mehr um die akrobatischen Elemente, die ähnlich wie bei Turn- und Gymnastik-Wettkämpfen kombiniert und gewertet werden. Hier finden sich viele akrobatische Elemente aus dem Chinese Pole wieder. Bei den Wettkämpfen geht es um Punkte für Schwierigkeitsgrade und Ausführung, die von einer Jury von professionellen Sportlern für festgelegte Übungen vergeben werden. Pole Sport Vereine haben das erklärte Ziel, den Pole Sport als olympische Disziplin anerkennen zu lassen und bemühen sich darum, dass der Pole Sport international als seriöser Sport anerkannt wird.

Anastasia Skukhtorova im Rainbow Marchenko. Bildquelle: stock.adobe.com

Pink Passion im Dolphin über der Skyline von Frankfurt.
Fotograf: Sebastian Kuse Photographer

Die Pole Art ist die künstlerische und tänzerische Variante von Pole. Hier geht es dem Künstler darum, sich mit der Komposition seiner Bewegungen auszudrücken und den Zuschauer in (s)eine emotionale Stimmung zu versetzen. Bei Pole Art Wettbewerben steht die Performance, die Kombination mit anderen (Tanz-)Stilen und die Aussage des Künstlers als Ganzes im Vordergrund und nicht die perfektionierte Ausführung einesr bestimmten Figur.

Die Kategorie, bei der es mehr um den sexy und erotischen Stil des Pole Dance geht, wird als Exotic, Classic oder Stripper Poledance bezeichnet, wobei alle drei Bezeichnungen für eine etwas andere Variante des sexy Pole-Stils stehen. Diese Stilrichtung ist noch am engsten verwandt mit den Ursprüngen des Poledance aus dem Rotlicht-Millieu und hat den Zuschauer als Fokus – dieser wird gerne in die Performance mit einbezogen und das Entertainment des Publikums steht stets im Vordergrund. Bei dieser Stilrichtung werden üblicherweise High-Heels getragen und während der Performance teile des Kostüms abgelegt.

Pole Dancer im sexy back bend. Bildquelle: stock.adobe.com

Ich möchte hier noch einmal besonders betonen, dass keine Kategorie des Poledance besser ist als eine Andere und dass alle Stile ihre Berechtigung haben und unseren größten Respekt verdienen.

Jedes Pole-Studio hat ein ganz eigenes Verständnis von Pole und in den meisten Studios sind Elemente aus allen Stilrichtungen vertreten.

Wir bei LIFT OFF haben unseren Pole-Stil sehr nahe bei der Pole Art gefunden, wobei auch bei uns im Training Elemente aus allen Stilrichtungen unterrichtet werden.

Haben wir Dein Interesse geweckt? Dann komm gerne zu einer unverbindlichen Schnupperstunde vorbei!